Freitag:
Ich kam gegen 20 Uhr von Arbeit heim, warf mich noch eben kurz unters Wasser, krallte mir mein Gepäck und machte mich auf den Weg nach Miesbach zum Zug nach München. Mit der BOB ging’s bis zum Hauptbahnhof, wo ich Birgit treffen würde.
Ich schlug die Zeit tot indem ich mich auf einer Bank am Rande der Gleise platzierte und dem Putzmaschinenfahrer bei seiner Arbeit zusah ... ich find die Dinger unheimlich lustig xD
Birgit kam schließlich auch an, eine Stunde später als ich. Es folgte eine herzliche Begrüßung, nach der wir uns etwas die Zeit vertrieben bis Katharina eintraf, bei der Birgit dann übernachten würde.
Als die beiden sich schließlich auf den Weg Richtung Bettstatt machten, beschloss ich, noch etwas am Hauptbahnhof rumzuwandern und mich dann auf den Weg zum Flughafen zu machen.
Am Flughafen angekommen (viel zu früh natürlich), war nichts los, nur massig Leute, die an allen erdenklichen Ecken herumlagen und schliefen. Ich suchte mir also auch ein Plätzchen und versuchte, etwas zu schlafen, aber daraus wurde nichts. Allein schon deswegen weil ich Angst hatte dass mir jemand etwas klauen könnte... musste nicht sein. Also wurde einfach mal munter drauflosgesimst... nach etlichen sms bekam ich schließlich einen Anruf von Andreas, einem Freund von mir ... na ja, wir telefonierten dann einige Stunden lang, ich wanderte das Terminal immer wieder hinauf und hinab und kam mir dabei vor wie Claire aus Elizabethtown ... die lange Telefoniererei hatte schließlich zur Folge, dass mein Handyakku fast leer war, den ich doch aber dringend in Helsinki brauchen würde... also blieb nichts andres, als aufzulegen und die Zeit anderweitig totzuschlagen... Also beschloss ich, mal zum Terminal 2 hinüberzuwandern von wo aus mein Flieger gehen würde. Auch hier fuhr wieder jemand mit der Putzmaschine herum und vollführte eine Kür als er sah dass ich das lustig fand xD Hätte man eigentlich filmen müssen, aber ich war zu faul, meine Cam auszupacken...
Ein bisschen später ging dann der Betrieb auf dem Flughafen allmählich los und ich checkte ein bisschen später ein ... ab ans Gate und die Zeit hier wieder tothauen... Bis wir schließlich endlich im Bus aufs Rollfeld zum Flieger gefahren wurden. Schon am Flughafen wimmelte es von Finnen, ich verstand hier schon nur noch Bahnhof. Das würde ja heiter werden.
Der Flug verlief ohne Komplikationen, gegen Mittag landete ich in Helsinki-Vantaa und folgte der Masse zur Gepäckausgabe.
Das Gepäck aufgesammelt, machte ich mich auf den Weg nach draußen, denn jetzt galt es rauszufinden, wie ich von hier nach Pasila kam. Eine nette Dame an der Flughafeninfo erklärte mir schließlich, ich sollte den 61er Bus nehmen und dann mit der Metro fahren, was sich als fataler Fehler herausstellte, weil ich dann irgendwo im Nirgendwo an einer Haltestelle namens Tikkurila oder so landete und eben ein paar Stationen zum Flughafen zurückmarschierte, um den 615er Bus zu nehmen der direkt zum Hauptbahnhof fährt.
Im Bus traf ich ein paar ältere Damen und einen Nightwishfan mit denen ich mich recht gut unterhielt. Die beiden Damen konnten recht gut Englisch und es stellte sich heraus dass die eine sogar ein bisschen Deutsch konnte xD
Am Hauptbahnhof angekommen bekam ich dann noch erklärt dass so gut wie jede S-Bahn nach Pasila fahren würde und ich mir nur eine aussuchen müsse. Gesagt, getan, ich kletterte in die nächstbeste S-Bahn und telefonierte erst mal nach Hause, damit die sich keine Sorgen mehr machen mussten.
In Pasila angekommen grapschte ich mir meinen Stadtplan und sah mich um wo mein Hotel war. Kaum hatte ich auf der Brücke meinen Stadtplan aufgeklappt, stand auch schon eine neue Dame da und fragte ob sie mir helfen könne... ich weiß nicht, aber ich bin beeindruckt von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Finnen...
Es dauerte nicht lange bis ich mein Hotel gefunden hatte, ich checkte ein und machte es mir in meinem Zimmerchen erst einmal gemütlich. Das hier sollte zwar 4 Sterne sein, aber unter 4 Sterne stellte ich mir etwas anderes vor... das hier sah eher nach Normalhotel bis Pension aus... aber durchaus gemütlich. Im Schränkchen unter dem TV befand sich eine Minibar, von der ich aber nichts anrührte weil das Zeug sehr teuer war -.- ...
Als ich mich dann eingerichtet hatte, legte ich mich erst mal ein Stündchen oder zwei aufs Ohr.. ich war jetzt etwa 31 bis 32 Stunden am Stück wach und brauchte wenigstens eine kleine Mütze voll Schlaf. Aber da ich immer noch mit meinen Leuten am simsen war, wurde aus dem Schlaf nicht allzu viel.
Birgit, Katharina und ich wollten uns dann eigentlich noch die Halle ansehen, aber die beiden hatten sich dann auch erst mal aufs Ohr gehauen und keine Lust mehr. Also ging ich auf eigene Faust die Gegend erkunden und ein paar Fotos machen, um danach zum Pasila’er Bahnhof zu wandern und bei Hesburger ein paar Pommes zu holen und durch den K-Market dort zu stöbern.
Wieder zurück im Hotel machte ich mich langsam bettfertig... es kommt sehr selten vor, dass ich vor 0 Uhr schlafen gehe, aber da ich schon so lange wach war, konnte ich mir heut auch mal erlauben, um 20 Uhr schlafen zu gehen.
Immer noch wunderte ich mich, warum ich die blöden Türen nicht zusperren konnte... ich brütete lange über diesem Problem, bis ich es schließlich einmal in die andre Richtung zu drehen versuchte – et voila – Finnische Türschlösser gehen in die andre Richtung zu! XD Interessant...
Samstag:
Ich wurde gegen 11 von einem Zimmermädchen geweckt, der ich aber freundlich erklärte, dass ich grad eben aufgewacht war. Im Schrank hatte ich gestern ein Schild „Wir schlafen – bitte nicht stören!“ gefunden... würde ich mir für die nächste Nacht merken.
Also machte ich mich mal fertig, denn ich wollte mit Alex heute ans Meer runter. Aber erst würden wir in der Mannerheimintie shoppen gehen. Auf dem Weg dorthin wurde ich von einem jungen Finnen angesprochen, der mich gleich als Touristin entlarvte und bei dem ich auch glei mal nen Finnischen Satz brauchen konnte dann. War ganz lustig ^^
Im Bahnhof traf ich schließlich auf Alex, die ich gleich mal ins nächste Sokos - Kaufhaus schleppte. Einmal rauf, runter, hinter und vor, ein paar Scherze gerissen und ab ins Forum, wo wir auf einen Muminshop stießen. Paradies erreicht! Ich kaufte also ein großes Mumin – Stoffviech, zwei Handyanhänger sowie jeweils einen Snorkfräulein – Schlüsselanhänger für mich und meine Schwester.
Alsdann wanderten wir wieder nach unten, und ich wollte unbedingt einmal einen dieser berühmten S-Market’s inspizieren ... also wurde sich hineingeschlichen. S-Market kann man ungefähr mit Edeka oder Rewe vergleichen, ähnlich aufgebaut. Wir kauften also Lakkahillo (Moltebeerenmarmelade) für meine Mom, eine Flasche Springwasser (Insider ... Spring water stand drauf ... na ja xD) und eine Packung Brownies sowie eine Tüte Finnischer Süßigkeiten, unter Anderem auch Gummibärchen in Form von Gebissen ... xD
Hinaus aus dem S-Market, hinein in die Tram und runter ans Meer. Wir kamen an allerlei Sehenswürdigkeiten vorbei, darunter auch der Dom, wo eine Kuppel wohl grade gestrichen wurde oder so...
Und da war ich dann... zum ersten Mal in meinem Leben am Meer. Und auch wenn wir einen Haufen Beton und Schiffe im Weg hatten, ich fand’s klasse! Wir verbrachten ungefähr eine halbe Stunde dort und schließlich machte ich mich auf den Rückweg zum Hotel, um mich umzuziehen und fürs Konzert fertig zu machen.
An der Halle traf ich schließlich auf Birgit, Katharina, Maxi und einige andre Leute die ich kannte. Es wurde sich gemütlich auf dem Asphalt niedergelassen und über diverse Dinge geredet.
Etwas später schlossen ein paar Fans dann Lautsprecher an ein Handy an und begannen „Amaranth“ zu singen xD Links von uns war eine französische Fangruppe, die nach dieser Aktion munter weitersang.
Die Finnen dort mussten aber wohl ein wenig angefressen gewesen sein dass so viele Ausländer hier waren, denn es wurde gedrängelt und geschubst vorne und wenig später dann die Nationalhymne gesungen... Na ja, jedem das Seine.
Gegen 18 Uhr gingen dann die Türen auf und dummerweise musste ich meine Kamera abgeben weil drinnen keine erlaubt waren...
Die Masse verteilte sich dann vor den Türen zu den Rängen und wir warteten noch mal eine gute halbe Stunde bis man uns nach unten ließ.
Es dauerte noch mal sicher eine Stunde bis Apocalyptica schließlich anfingen zu spielen. Ich bin zwar jetzt nicht wirklich Fan von ihnen, aber es hat mich schon beeindruckt, was man aus Celli alles rausholen kann o.O Nur leider bekomm ich von dieser Art Musik irgendwie schnell Kopfschmerzen -.-
In der Umbaupause dann machte ich mich auf den Weg nach draußen und holte mir an so einer Kaffeebude einen Donut und eine Pepsi.
Aufgegessen und zurück auf den Sitzplatz... zwischendurch hatte ich probiert, doch noch runter in die Stehplatz – Area zu kommen aber der Security – Typ ließ mich nich -.- ... Versuchen kann man’s ja mal xD
Schließlich ging die Show mit „Finlandia“ los ... Gänsehaut pur! An alle Details kann ich mich leider nicht erinnern, das ist bei mir irgendwie immer so, wenn ich auf nem Nightwishkonzert war... alles is noch da, aber die Erinnerungen an den Gig sind weg xD
Die Setlist sah wie folgt aus (Aus Nettie’s Blog geklaut hat):
Intro finlandia (mit Troy Donockley)
7 days to the wolves
Ever dream
Wishmaster
Romanticide
Amaranth
The Siren (mit einem gewissen Pekka an der Violine)
While your lips are still red (wieder mit Pekka)
Poet and the Pendulum
Nemo
Sahara
Dark chest of wonders
The Islander
Walking in the air (mit Troy Donockley)
Last of the wilds (wieder mit Troy Donockley)
Meadows of Heaven
Zugaben:
Ghost love score
I wish I had an angel
Mittendrin (eigentlich auch schon vor dem Konzert) gab’s dann eine Massen – Laola, das fing unten bei den Stehplätzen an und ging dann von links nach rechts über die Ränge, immer wieder. Erst machten nur wenige mit, aber zum Schluss tobte die ganze Halle und Nightwish bekamen große Augen da vorne auf der Bühne
Nach dem Gig tröpfelte die Menge langsam hinaus. Ich befand mich mitten unter der Masse. Im Vorbeigehen sah ich mal in die, mal in die andre Ecke und an einem Aufgang sah ich eine Frau stehen, die mir unheimlich bekannt vorkam. Auf den zweiten Blick erkannte ich sie dann – das war Kirsti Nortia – Holopainen, Tuomas’ Mutter, gleich daneben stand dann auch sein Vater, sowie ein paar blonde Mädchen daneben. Aber ich hab mich nicht getraut, sie anzusprechen, bin eher der Typ der den Leuten nicht auf die Nerven gehen will. Also weiter nach draußen, Kamera holen.
Als ich fast am Schalter war sah ich schließlich Birgit an mir vorbeirennen, fragte mich was da wohl los war, also rief ich eben an und sie meinte etwas von ja renn schnell sonst sind wir weg... die wussten von dem Hotel wo Nightwish absteigen würden und wollten da jetzt hin, aber ich steckte noch in dieser verdammten Schlage fest!!
Dann hatte ich meine Kamera, aber Alex auch im Schlepptau und wir rannten erst einmal in die verkehrte Richtung. Es dauerte ewig bis wir die richtige Brücke gefunden hatten und runter zum Bahnhof rannten wo wir auf eine S-Bahn zum Rautatientori (Hauptbahnhof) warteten.
Dort angekommen, mussten wir erst mal suchen, vorbei am Kamppi – Einkaufszentrum durch die Partymeile vor ein Nobelhotel. Vor einer Sekunde hatte ich die Mädels dort auch noch stehen sehen, aber als Alex und ich dort ankamen, war niemand mehr dort. Ich versuchte, Birgit zu erreichen, aber sie ging nicht ran, was an ihrem leeren Handyakku lag wie ich später rausfinden sollte. Da saßen wir also, so nahe dran, aber unfähig, etwas zu tun... schade. Um 10 nach eins machten wir uns schließlich auf den Rückweg zu unsren Hotels. Was soll’s. Hauptsache beim Konzert dabei gewesen!
Im Hotel war ich trotzdem erst mal mit den Nerven am ende und ließ mich von nem Kumpel am Handy trösten. Ich bin immer noch nicht ganz drüber weg dass ich an diesem Abend die Band doch nicht mehr treffen konnte, aber das wär des Guten zu viel gewesen. Man soll zufrieden sein mit dem was man hat.
Ich warf mich also ins Bett und schlief ein.
Sonntag:
Ich stand gegen halb 11 auf wieder und packte meine Sachen zusammen um mich auf den Weg zum Flughafen zu machen.
Mein Orientierungssinn muss wohl mal wieder etwas unter dem Konzert gelitten haben, denn ich erwischte prompt die falsche Tram und landete erst mal im Nirgendwo ... also die 7B genommen und zurück nach Pasila, von wo aus ich mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof fuhr und von da aus mit dem 615er zum Flughafen.
Am Flughafen angekommen brauchte ich mich nicht so sehr beeilen, ich hatte es ja rechtzeitig geschafft. Ich machte es mir also auf einer der Wartebänke gemütlich und kramte meinen Stephen King – Roman aus.
Ein paar Stunden später checkte ich dann langsam ein und wanderte hinauf zum Gate 23. An der Sicherheitsschleuse fragte mich doch glatt son Finnischer Kerl wie die Viecher heißen die ich da in meiner Mumins – Tüte habe ... ich denke ein Finne müsste doch wissen dass das Mumins sind? O.O Na ja, was solls.
Vor meinem ging noch ein Flug nach Oslo, aber ich setzte mich trotzdem schon mal ans Gate und las in meinem Buch weiter.
Um 18:55 ging schließlich mein Flug zurück in die Heimat, der sich als urgemütlich gestaltete irgendwie. Als es dann dunkel wurde tauchte unter uns hin und wieder ein Lichtermeer auf, wir flogen unter andrem auch über Prag hinweg.
Gegen 20:15 befanden wir uns dann über München, und der Pilot flog ziemlich tief, sodass man einzelne Häuser erkennen konnte, Straßenlernen und kleine Lichter die vorbeifuhren... dazu hätte der Harry Potter – Titelsong sehr gut gepasst, denn das sah von oben aus wie im Film ... total klasse.
Wir mussten aber leider noch einmal über dem Flughafen kreisen, weil wir irgendwie noch nicht landen konnten. Zeit genug, um die A9 von oben zu betrachten, die sich wie eine Lichterkette durch die Landschaft schlängelte. Wunderschön.
Gegen 20:35 landeten wir schließlich auf dem Flughafen Franz-Josef Strauß in München. Auch hier wieder runter an die Gepäckausgabe, Köfferchen holen und dann hinauf ins Terminal, wo mich meine Eltern schon erwarteten. Gemütlich schlenderten wir raus zum Parkdeck und machten uns auf den Heimweg.
Ab Hofoldinger Forst wurde der Verkehr immer zäher, bis wir schließlich im Stau steckten. Wunderbar! In Holzkirchen hatte sich offenbar ein schwerer Unfall ereignet, und genau das blockierte jetzt den Verkehr. Nach einer weiteren halben Stunde ging es schließlich wieder vorwärts und wir fuhren in Irschenberg noch eben zu Maces, ich hatte mächtig Kohldampf!
Gegen 23 Uhr kam ich schließlich wieder zu Hause an. Ende einer aufregenden Reise!